Von Virtual Reality haben Sie sicher schon einmal gehört. Aber auch im Bereich der Architekturvisualisierung oder im Immobilienmarketing?

Momentan ist dieser Begriff in der Technik- und Spieleszene in aller Munde. Bereits vor 15 Jahren gab es erste 3D Brillen für den Konsumermarkt, die verkauft wurden mit der Aussage, dass sich das Spielen am Computer völlig verändern würde. Man bekam Kopfschmerzen und tränende Augen, aber mit Virtual Reality, hatte das wenig zu tun. Auch für Architektur-Visualisierungen waren diese Brillen nicht geeignet. Hierfür musste man eine ganze Zeit lang aufwendige Systeme planen und aufbauen. Und selbst mit diesen komplexen Systemen war der Effekt der virtuellen „Realität“ eher bedingt erfolgreich.

Oculus Rift DK 2

Es dauerte noch einmal über 10 Jahre, bis die Hoffnung von damals sich nun endlich erfüllt. Vor etwa zwei Jahren begann die Firma Oculus VR damit  Prototypen von 3D Brillen (Virtual Reality Headsets) vorzustellen um damit den Markt für Virtual Reality zu revolutionieren. Begonnen hatte das Projekt, wie sollte es für bahnbrechende Erfindungen auch anders sein, in einer Garage. Nach Fertigstellung des ersten Prototypen wurden dann das Projekt als Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter finanziert.

Das angestrebte Ziel von 250.000 USD wurde bereits nach 4 Stunden erreicht. Die Kampagne schloss mit einer „Überfinanzierung“ von knapp 2.5 Mio. USD.

Diese immense Unterstützung zeigt eindeutig den Wunsch nach einer funktionierenden Virtual Reality Lösung. Oculus VR hat seit der Vorstellung seines Virtual Reality Headsets bereits mehrere Preise im Bereich beste und innovativste Hardware gewonnen. Die Erwartung liegen also entsprechend hoch.

Mittlerweile ist es nicht nur die Firma Oculus VR, die an einem solchen Virtual Reality Headset arbeitet. Sony hat für seine Spielekonsole das Projekt Morpheus, Valve arbeitet an einer VR Brille und Samsung in Zusammenarbeit mit Oculus VR an Gear VR, einem Virtual Reality Headset in dem einfach ein Smartphone eingesetzt werden kann. Und ganz aktuell läuft auf Kickstarter eine weitere Kampagne für ein Virtual Reality Headset namens Totem von Vrvana Inc.

Neben den großen Lösungen gibt es auch kleinere Ableger, die zum Beispiel mit Papp- oder Kunststoffgestellen einfach die heutzutage weit verbreiteten Smartphones für solche Lösungen umfunktionieren. Allerdings sollte man von diesen Lösungen nicht allzu viel erwarten, was die Funktionalität und den Tragekomfort betrifft. Google bietet hierfür das Cardboard an, die Firma Durovis ein Gestell namens Dive, dass man sich bestellen oder, soweit vorhanden, mit einem 3D Drucker sogar selber ausdrucken kann.

Mit der neuen Generation der Virtual Reality Brillen wird das Versprechen der Immersion, also das Gefühl zu haben, sich wirklich in einer virtuellen 3D Welt zu befinden, endlich erfüllt. Damit eignet sich diese Technologie auch hervorragend für die Anwendung im Bereich der Architekturvisualisierung und für professionelles Immobilienmarketing.

Erstellt wird ein Großteil der virtuellen Welten zunächst in einem 3D Programm. Von dort aus werden die Daten an sogenannte Game-Engines, also Programme, die dazu genutzt werden um Computerspiele zu erstellen, übergeben. Zu den bekannteren Programmen gehören Unity 3D oder der Unreal Engine. Dort findet die Weiterbearbeitung statt. Es werden Texturen hinzugefügt, Licht, Spiegelungen und fehlende Elemente, wie zum Beispiel Bäume und andere Pflanzen, ergänzt. War es früher notwendig sämtliche Materialeigenschaften wie Spiegelungen, Oberflächenstrukturen sowie Licht und Schatten vorab in einem separaten Renderprozess auf die Texturen der 3D Objekte zu berechnen, geschieht dieses heutzutage nahezu in allen Bereichen in Echtzeit. Darum spricht man heute von Real Time Rendering oder Real Time Visualization, zu Deutsch: Echtzeitvisualisierung. Mit dieser Technologie ist es möglich auch interaktive, sich bewegende Objekte, mit realistischen Oberflächen zu versehen, die auch Auswirkungen auf ihre Umgebung haben können. Zum Beispiel der korrekt berechnete Schattenwurf oder sich ändernde Spiegelungen auf einer Oberfläche.

Echtzeitvisualisierung

Um eine Echtzeitvisualisierung für Architekturvisualisierungen nutzen zu können benötigt man jedoch nicht zwingend ein Virtual Reality Headset. Auch jetzt schon lassen sich interaktive Modelle in hoher Qualität erstellen und zur Vermarktung und Darstellung von Immobilien einsetzen. Auf Youtube findet man bereits ein paar beeindruckende Beispiele was bereits heute mit diesen Programmen möglich ist. Sehr anschaulich ist Beispielsweise das Video von das sehr anschaulich zeigt, welche Möglichkeiten sich mit interaktiven Modellen bieten.

Zur Zeit können Echtzeitvisualisierungen als ausführbare Dateien, die lokal auf einem Rechner gestartet oder über das Internet in einen Browser aufgerufen werden. Für den Browser werden allerdings sogenannte Plugins benötigt, die den Browser um diese Funktionalität erweitern. Jedoch benötigt jeder Hersteller sein eigenes Plugin. Somit ist dieser Weg nicht sehr nutzerorientiert, da diese vor der Installation durchaus zurück schrecken. Entweder wissen sie nicht wie eine Installation funktioniert oder empfinden es als zu umständlich zunächst noch ein Plugin zu installieren.

Mit der Web GL Technologie wird es jedoch bald möglich sein interaktive Modelle in ansprechender Qualität auch ohne Plugin im Browser zu nutzen.

Für die Darstellung und Vermarktung von Immobilien tuen sich damit überzeugende Möglichkeiten auf, auch wenn Virtual Reality Headsets (noch) nicht unterstützt werden.

Web GL

Durch die Web GL Technologie wird es einfacher sein, interaktive Modelle auf projektbezogenen Internetseiten zu integrieren und bei Bedarf auch im Vollbildmodus vom Benutzer starten zu lassen. Voraussetzung hierfür ist allerdings eine ausreichende Internetverbindung und eine leistungsfähige Grafikkarte.

Auch wenn die Entwicklung von Virtual Reality Modellen noch recht neu ist, gibt es Hinweise die zu beachten sind, damit die Nutzer ein positives Erlebnis haben. So weisen Sony und Oculus VR darauf hin, dass Nutzer bei einem zu realistischem Eindruck Probleme mit der Nutzung der Virtual Reality Headsets bekommen können. Die Folge könnten Platzangst oder Höhenangst sein. Auch ist es wichtig eine ausreichende Bildqualität durch optimierte Kantenglättung sowie eine ausreichend hohe Bildwiederholrate von 75 Hz oder mehr zu erreichen, damit den Nutzern bei der Verwendung der Virtual Reality Brillen nicht übel wird.

Mit der Veröffentlichung des zweiten Development Kits 2 (DK2) des Oculus Rift wurde auch die Positionsbewegung der Brille im Raum verbessert. Das führt zu eine besser wahrgenommenen Motorik, wie zum Beispiel dem Neigen des Kopfes. Hierdurch wird die Anwendung benutzerfreundlicher, was ebenfalls dazu beiträgt, dass dem Nutzer nicht mehr so schnell schlecht wird, wie es in der vorherigen Entwicklerversion noch berichtet wurde. Es ist davon auszugehen, dass mit der Veröffentlichung der finalen Version des Oculus Rift, voraussichtlich im April 2015, diese Probleme nahezu nicht mehr auftreten werden. Auch weil die Entwickler der Inhalte sich vorab mit diesen Problemen befassen können und die Inhalte entsprechend weiter entwickeln.

Um so viel Realismus wie möglich bei der Verwendung eines Virtual Reality Headsets zu erreichen wächst auch der Markt für Zubehör rund um die neue Technologie. So gibt es neben der Entwicklung von neuartigen Controllern, also Bedienungsmöglichkeiten zur möglichst realistischen Steuerung durch den virtuellen Raum, auch die Möglichkeit den ganzen Körper mit Sensoren zu versehen, um so seinen virtuellen Körper im Raum komplett zu erfassen und zu steuern. Wer wirklich mit der 3D Welt verschmelzen möchte sollte ein Auge auf den sich in der Entwicklung befindlichen Virtualizer von Cyberith werfen, mit dem man nicht nur auf der Stelle gehen, sich drehen sondern auch springen und sitzen können soll.

In der Architektur und im Immobilienmarketing ist der Einsatz von Echtzeitvisualisierungen, auch ohne die Nutzung eines Virtual Reality Headsets, noch eher eine Ausnahme. Eher selten werden die Möglichkeiten genutzt Immobilien auch interaktiv zu präsentieren. Das liegt zum einen sicher daran, dass nicht wirklich viel Anwender von dieser Technologie wissen. Zum anderen spielt natürlich auch der Kostenfaktor eine wichtige Rolle. Hier heißt es gegenrechnen. Generiere ich mit dem Einsatz von Echtzeitvisualisierungen einen Mehrwert, der die Kosten der Beauftragung eines Experten rechtfertigt? Aufgrund des Einsatzes von Software, die speziell auf die Erstellung solcher Inhalte entwickelt wurde, liegen die Herstellungskosten von Echtzeitvisualisierungen jedoch nicht mehr so hoch, wie man vielleicht vermuten würde.

Einsatz findet Virtual Reality in der Baubranche in den folgenden Bereichen:

Immobilienmarketing
Bisher mussten Interessenten sich mich zweidimensionalen Grundrissen oder einer 3D Visualisierung zufrieden geben. Ab sofort können Wohnungen nun wie in echt durchwandert und erlebbar gemacht werden.
Der räumliche Eindruck steht einer wirklichen Besichtigung der Wohnung, unter Verwendung eines Virtual Reality Headsets, wie dem Oculus Rift, in nichts mehr nach.

Stadtplanung
Städteplaner können ganze Straßenzüge oder komplette Quartiere erbauen und erkunden. Es können auch weitläufige Landschaften nachgestellt werden.

Analysen
Mit einen Virtual Reality Headset wie dem Oculus Rift ist es möglich komplexe Wegeführungen innerhalb eines Gebäudes zu untersuchen. Komplizierte Strukturen und Räumlichkeiten können besser erkannt und verstanden werden. Es kann beispielsweise getestet werden, wie von einem bestimmten Platz im Theater der Blick zur Bühne ist oder in einer Lobby, einer Halle oder einem Stadion der gesamte Raumeindruck.

Dies sind nur wenige der vielzähligen Möglichkeiten die mit Echtzeitvisualisierungen und mit einem Virtual Reality Headset umzusetzen sind. Die Zukunft wird zeigen, wie weit die Realität mit der Virtuellen Welt verschmilzt und in wieweit diese Möglichkeiten zur Vermarktung angenommen werden. Spannend ist diese Art der Architekturvisualisierung auf jeden Fall und sie stellt zur zeit noch ein echtes Alleinstellungsmerkmal im Bereich der Immobilienvermarktung da.

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